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VonDavid | Chorus Line

Tattooentfernung nur noch beim Hautarzt?

Am 06.08.2018 wurde unsere Branche von Medienberichten zu einer möglichen Gesetzesänderung überrascht, die weitreichende Folgen mit sich bringen könnte. Wir gehen aktuell jedoch davon aus, dass es zu zahlreichen Anpassungen kommt. Es folgt ein Überblick zur aktuellen Lage und unser Statement hierzu.

Dem Willen der Bundesregierung zufolge, sollen die ohnehin überlaufenen Praxen der Hautärzte künftig über die alleinige Berechtigung verfügen, Tattoos mit dem Laser zu entfernen oder zu korrigieren. Grundlage ist eine neue Verordnung zum Strahlenschutzrecht.

Angst vor dem Billig-Laser

Nachdem besagter Gesetzesentwurf die Runde in den Medien machte, durften Zuspitzungen und um Aufmerksamkeit bemühte Schlagzeilen natürlich nicht fehlen. So fällt in einem Artikel des Abendblatt bspw. die Behauptung, in diversen Studios würden Lasergeräte eingesetzt werden, die lediglich „ein paar Dutzend Euro“ kosteten. Damit – so der interviewte Regensburger Dermatologe Philipp Babilas – würde man die Gesundheit der Kunden fahrlässig aufs Spiel setzen.

Fakt ist: Wir (und alle uns bekannten Mitbewerber) arbeiten mit hochwertigen und für diesen Zweck konzipierten Nd:YAG Geräten. Es mag Amateure geben, die mit Billigstgeräten hantieren, diese findet ihr aber sehr wahrscheinlich nicht in einem professionellem Studio.

Richtig ist natürlich auch, dass die Entfernung eines Tattoos nicht immer zu perfekten Ergebnissen führt. Deshalb vereinbart ihr mit uns einen Beratungstermin, in dem sich unser Lasertherapeut die Tätowierung ansieht und eine Prognose abggibt, ob mit Rückständen zu rechnen ist. Das ist meistens bei komplexen, vielfarbigen Tattoos ein Risiko. In so einem Fall schlagen wir auch mal ein Cover-Up vor oder kommen mit dem Kunden zu dem Schluß, dass das Unterfangen nicht zum gewünschten Ziel führen wird. Gesundheit und Ästhetik haben Priorität, zumal uns an einer langfristigen und vertrauensvollen Kundenbindung gelegen ist.

Der Facharzt als ergänzender Berater

Wir fragen uns auf der anderen Seite, ob Hautärzte die zusätzliche Belastung stemmen können und ob in diesem Zusammenhang fachspezifische Fragen, zum Beispiel die Nachsorge betreffend, nicht zu kurz kommen. Wir nehmen uns jedenfalls Zeit für jeden Einzelnen von euch und unser Fokus liegt zu 100% auf der Laserbehandlung.  Sollten auf Grundlage eurer Angaben im Anamnesebogen gesundheitliche Bedenken auftreten, werdet ihr vor der Behandlung durch uns grundsätzlich auf eine fachärztliche Abklärung verwiesen. Unserer Auffassung nach, macht es alleine aus Gründen des Fachärztemangels schon Sinn, die bisherige Arbeitsteilung beizubehalten.

Ausblick

Das Gesetz soll zum 31.12.2018 wirksam werden. Für praktizierende Studios gilt nach aktuellem Stand eine Übergangsfrist von 3 Jahren. Allerdings muss der Entwurf noch von zwei Ministerien durchgewunken werden, zudem steht ihm eine EU-Verordnung von 2017 entgegen. Insofern ist o.g. Frist fraglich. Natürlich können wir nicht eben mal „zum Hautarzt umschulen“, wir gehen allerdings davon aus, dass das Gesetz in der Form nicht zum tragen kommt und Lösungen gefunden werden, die es zertifizierten Strahlenschutzbeauftragten (ggf. mit Zusatzqualifikation) erlauben ihren Beruf weiter auszuüben.

Sollten wir mehr Infos zu diesen Entwicklungen haben, findet ihr sie natürlich an dieser Stelle. Bis dahin – euch ein schönes Wochenende!

Euer Tattooweglasern.com-Team